Der Feedbackbegriff
1. Grundsätzliche Aspekte des Feedbacks
Das Feedback ist wesentlicher Bestandteil des Q2E-Systems und findet sich dort als „Individualfeedback und persönliche Qualitätsentwicklung „ wieder. Dabei ist Feedback von Kritik abzugrenzen.
Feedback bedeutet, „die eigenen Gefühlsreaktionen auf das Verhalten des Partners zu erspüren und sie ihm in einer beschreibenden, nicht deutenden Weise annehmbar mitzuteilen, so dass für den Partner die Möglichkeit einer Verhalteskorrektur über eine emotionale Erfahrung besteht“ (Dorsch F. et al. (Hrsg.), Dorsch psychologisches Wörterbuch, Huber, 1987) Der Feedbackgeber beschreibt die eigenen Wahrnehmungen und die eigenen Gefühlsreaktionen. Das, und nur das, nennt man Feedback. (Meyer, Ruth)
Beim Feedback ist auf Bewertung und Interpretation, Fehler- und Schuldzuweisung zu verzichten.
Feedback
- ist beschreibend, nicht (be-) wertend: („ich sehe..“. „ich höre…“, „ich spüre bei mir..“
Feedback ist daher immer in Form von Ich-Botschaften zu äußern. - bezieht sich auf konkrete, aktuelle Ereignisse, nicht allgemeine Eindrücke
- erfolgt auf veränderbares Verhalten
- soll auf wenige Beobachtungen beschränkt bleiben
- muss das Bedürfnis nach Sicherheit berücksichtigen
Wer Feedback entgegennimmt
- hört aufmerksam zu
- lässt das Gegenüber ausreden
- prüft durch Nachfragen ob er/sie richtig verstanden hat
- denkt darüber nach, was er/sie gehört hat
- teilt mit, wie das Gehörte bei ihm/ihr angekommen ist und was er/sie gegebenenfalls damit anfängt.
Wenn Sie Rückmeldungen mit Bewertungen geben, dann ist das Kritik. (Jetzt gelten die Regeln für Kritikgespräche!)
Feedback zielt auf die Verbesserung des professionellen Handelns von Lehrpersonen in der Schule, d.h. es ist ein Instrument des (praxisorientierten) Lernens. Ein gutes Feedback ist somit ein lernwirksames Feedback. Es unterstützt die Lehrperson in ihrem professionellen Handeln: Welche meiner Absichten erreichen ihre Wirkung? Welche unbeabsichtigten Wirkungen erziele ich? Für die Lernenden ergibt sich der Gewinn dadurch, dass sie das Unterrichtsgeschehen reflektieren und mehr Verantwortung am Lernprozess übernehmen können.
Die Feedback-Empfangenden entscheiden allein, welche Konsequenzen sie aus dem Feedback ziehen und wer Einblicke in die Ergebnisse erhält.
2. Voraussetzungen
Glaubwürdigkeit: Damit Feedback lernwirksam ist, müssen sich die Beteiligten gegenseitig für glaubwürdig halten. Die Feedback-Geber (Lernende, Kollege/Kollegin) müssen in erfragten Gebieten als kompetent betrachtet werden; von den Lehrpersonen (= Feedback-Empfangende) wird erwartet, dass sie am Feedback interessiert sind und gewillt, sich damit auseinander zu setzen.
Realitätsnähe: Informativ und damit handlungswirksam ist Feedback dann, wenn es sich auf konkrete Situationen, auf aktuelle Handlungen, nahe liegende Erlebnisse bezieht.
Empathie und Achtung: Feedback darf kritisch aber nicht verletzend sein, das Feedback ist so zu konstruieren, dass die subjektive Verkraftbarkeit beachtet wird und dass auch konstruktive Antworten erwartet werden können.
Transparenz und Wirkung: Wenn die Lernende den Zweck kennen (Verbesserung der Unterrichtsgestaltung, Erkennen und Beseitigen von Lernhemmnissen), werden sie sich umso kooperativer beteiligen, je mehr Anlass sie haben, positive Wirkung zu erwarten (gute Erfahrungen gemacht, aktive Rolle in der Umsetzung der Resultate). So lassen sich auch nutzlose Antworten (Einschmeichelungen, persönliche Abrechnungen) vermeiden.